Essenszeiten in Frankreich: Nicht jederzeit, nicht überall – Essensregeln, die Reisende kennen sollten
Die Essenszeiten in Frankreich sind für viele Reisende zunächst ungewohnt.
Als Deutsche musste ich mich an manche Gewohnheiten in Frankreich erst gewöhnen.
Nicht, weil sie kompliziert wären – sondern weil Essen hier einem anderen Rhythmus folgt.
In Deutschland findet man oft auch am Nachmittag spontan ein warmes Essen.
In Frankreich kann es dagegen passieren, dass man um 15 Uhr vor verschlossenen Türen steht.
Wichtig ist außerdem: Die Öffnungszeit eines Restaurants bedeutet nicht immer, dass die Küche durchgehend geöffnet ist. Am Nachmittag werden manchmal nur Getränke oder kleine Snacks angeboten.
Essenszeiten in Frankreich

Viele Restaurants öffnen nur zu den klassischen Essenszeiten: mittags ungefähr von 12 bis 14 Uhr und abends meist ab
19 oder 19:30 Uhr.
Gerade in der Hauptsaison, an Wochenenden und in kleineren Orten ist es sinnvoll, rechtzeitig einen Tisch zu reservieren.
Auch die Öffnungszeiten können sich je nach Saison, Wochentag oder Feiertag ändern. Ein kurzer Blick auf die Website oder ein Anruf hilft, damit du nicht vor verschlossenen Türen stehst. Gern reserviere ich für Euch, wenn Ihr mir das rechtzeitig sagt.

Das ist übrigens nicht ausschließlich französisch. Auch in Spanien, Italien, Portugal oder Griechenland gibt es feste Essenszeiten und längere Mahlzeiten.
In Frankreich begegnet einem diese Kombination jedoch besonders häufig – vor allem in kleineren Orten.
Erst warten, dann Platz nehmen
In vielen Restaurants setzt man sich nicht einfach an den nächsten freien Tisch.

Man wartet am Eingang, bis eine Servicekraft einen Platz zuweist. Im Bistro wird man manchmal gefragt, ob man essen oder nur etwas trinken möchte.
Auch das Teilen eines Hauptgerichts ist nicht überall selbstverständlich.
Wenn ihr mehrere Gerichte gemeinsam probieren möchtet, fragt einfach kurz nach.
Menü, Tagesgericht oder à la carte?
Französische Speisekarten bieten häufig Menüs oder -formules -an.
Besonders mittags lohnt sich der Blick auf das plat du jour, das Tagesgericht.
Oft bekommt man dabei ein saisonales oder regionales Gericht zu einem guten Preis.
Wer lieber selbst auswählt, bestellt à la carte. Und natürlich gehört in vielen Restaurants ein Korb mit Baguette ganz selbstverständlich dazu.
Vor dem Essen gehört für viele Franzosen ein kleiner Apéritif dazu – zum Beispiel ein Pastis, ein Kir, ein Glas Wein oder ein alkoholfreies Getränk. Der Apéritif ist ein entspannter Auftakt zum Essen und bietet Zeit für ein erstes Gespräch, bevor die eigentliche Mahlzeit beginnt.
Wenn die Restaurantküche geschlossen hat
Auch zwischen den klassischen Essenszeiten muss niemand in der Provence hungrig bleiben.
In den Boulangerien gibt es längst nicht nur Brot und süßes Gebäck.
Dort findest du häufig belegte Baguettes und Sandwiches, Croque-Monsieur, Quiches oder andere herzhafte Kleinigkeiten – vieles davon eignet sich sowohl für ein Mittagessen als auch für einen unkomplizierten Abend.



Bei uns in der Region von Vaqueyras kommt noch eine weitere schöne Möglichkeit dazu:
Nahezu täglich findet irgendwo ein Markt statt.
Dort kannst du frisches Obst und Gemüse, Käse, Wurst, Brot oder andere regionale Spezialitäten einkaufen und dir ganz einfach selbst ein Abendessen zusammenstellen.
Gerade montags ist das praktisch, denn an diesem Tag haben viele Restaurants geschlossen.
Bei mir im Mas l’Epicure kannst du deine Einkäufe anschließend in meiner kostenlosen Gemeinschaftsküche zu einem kleinen Abendessen oder Snack zubereiten und den Abend bei einem schönen Sonnenuntergang ganz in Ruhe ausklingen lassen.

Oder du entscheidest dich für das Table d’hôtes, dem Gästetisch, direkt im Mas l'Epicure und lässt Dich bedienen und geniesst dabei einen köstlichen Wein aus Vacqueyras.
Dann musst du weder nach einem geöffneten Restaurant suchen, noch einen Tisch reservieren, sondern kannst einfach dort essen, wo du bereits angekommen bist.


Leitungswasser und Kaffee
Leitungswasser bekommst du kostenlos, musst es aber meist ausdrücklich bestellen. Wenn nicht beekommst Du stilles Wasser aus dem Handel und musst es bezahlen.
Une carafe d’eau, s’il vous plaît.
Wenn du nach dem Essen einen Kaffee möchtest, bestellst du einfach:
Un café, s’il vous plaît.
Gemeint ist normalerweise ein Espresso.
Einen Cappuccino trinken die Franzosen eher zum Frühstück oder am Nachmittag.
Bezahlen am Tresen
In Frankreich wird die Rechnung häufig nicht an den Tisch gebracht.
Nach dem Essen geht man einfach zum Tresen oder zur Kasse und bezahlt dort.
Kartenzahlung ist weit verbreitet, etwas Bargeld dabeizuhaben kann in kleineren Lokalen aber nicht schaden.
Der Service ist bereits im Preis enthalten. Wenn du zufrieden warst, kannst du den Betrag aufrunden oder ein kleines Trinkgeld dalassen.
Zeit mitbringen
Ein französischer Restaurantbesuch ist selten eine schnelle Zwischenstation.
Zwischen den Gängen vergeht Zeit, man unterhält sich und bleibt gerne noch auf einen Kaffee sitzen.
Zwei Stunden oder mehr sind bei einem entspannten Abendessen nicht ungewöhnlich.
Wenn du vegetarisch isst, findest du inzwischen in vielen Restaurants passende Gerichte.
Außerhalb der Städte ist die Auswahl allerdings manchmal kleiner.
Bei Allergien oder besonderen Wünschen lohnt sich ein kurzer Anruf vorab.
Frühstück in Frankreich
Auch das französische Frühstück ist häufig etwas leichter als ein klassisches deutsches Frühstück.
Typisch sind Kaffee, ein Croissant oder eine Tartine – also Brot mit Butter und Marmelade. Ein umfangreicheres Frühstück findet man eher in Hotels, Gästehäusern oder bei einer Table d’hôtes.
Wenn ihr euren Urlaub plant, empfehle ich euch, euren Aufenthalt inklusive Frühstück zu buchen. So startet ihr gut gestärkt in den Tag und genießt, wie bei mir im Mas l’Epicure, ein reichhaltiges, liebevoll zubereitetes Frühstück.
Mein Fazit.

-Nicht jederzeit und nicht überall essen zu können, war für mich anfangs ungewohnt.

Inzwischen verstehe ich aber immer besser, warum die Franzosen ihre Mahlzeiten so bewusst zelebrieren.
-Frühstück ist hier nicht so wichtig. Deshalb bucht mit Frühstück, wenn es Euch so wichtig ist, wie mir.
-Essen ist hier nicht einfach eine Pause, die möglichst schnell vorbei sein soll.
Man nimmt sich Zeit, sitzt zusammen, redet, lacht, isst und trinkt – oft über mehrere Stunden hinweg.
Dabei entstehen nicht selten nette Gespräche. Manchmal sitzt am Nachbartisch eine andere deutsche Familie, mit der man sich über die Reise und die schönsten Entdeckungen austauscht. Ein anderes Mal beobachtet man einfach die Franzosen um sich herum: wie sie miteinander reden, gemeinsam essen, sich Zeit lassen und den Abend genießen.
Und vielleicht liegt genau darin ein Teil des französischen Lebensgefühls: nicht ständig schon beim nächsten Termin zu sein, sondern den Augenblick am Tisch wirklich auszukosten.
Convier quelqu’un, c’est se charger de son bonheur pendant tout le temps qu’il est sous notre toit.“
Jemanden einzuladen heißt, für sein Glück zu sorgen, solange er unter unserem Dach ist. :)




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