-Zwischen Lavendel und Leinen - provenzalischer Einrichtungsstil meines chambres d'hôtes Mas l'Epicure
- epicure-vaucluse
- 21. Nov. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Nov. 2025

Dieses weichere, langsamere und hellere Licht der Provence, das morgens durch die Fenster fällt und jeden Staubkornfunken in Geduld auftaucht, ist eines der Dinge, die mir hier so gefallen. Eine magische Basis, die ich unterstreichen muss.
Was passt für mich und wie gelingt der Wandel zwischen Lavendel und Leinen: provenzalischer Einrichtungsstil in meinem chambres d'hôtes Mas l'Epicure
Ich merkte schnell: Die Räume brauchen nicht mehr Möbel – sie brauchen mehr Luft. Weniger Kanten, mehr Stoff. Weniger Glanz, mehr Patina. Ich hatte Bilder im Kopf und mehr und mehr Ideen.
Aus deutscher Klarheit wurde provenzalische Gelassenheit, und mein chambres d'hôtes fand sein eigenes, helles Flüstern.
Als ich das Haus bezog,
hatte es bereits die Bäder und Toiletten in den Zimmern, die dann Gästezimmer werden sollten.
Alles war weiss gestrichen und leer.
Die Bäder waren mit dunkelbraunen Waschtischen und Einbauten.
Einbauschränke alles in dunklem Holz.
Nur die alte geschwungene Treppe zu den Zimmern hatte noch die schöne provençale Farbe und die Form.
Das jetzige Appartement waren 2 Lagerräume mit dunklem Laminat.
All das bedurfte dringend einer Veränderung.

Der solide Anbau am 200 Jahe altem Haus, auch schon in die Jahre gekommen, eine Garage mit Aussenküche ohne Geräte, ohne Fenster und mit riesigem 2 flügligem Holztor.
Mein Wohnbereich war ein grosses Zimmer mit Kamin und wenn alles Gästezimmer sein sollen, wo schlafe ich? Es war kein Zimmer da, wo ich schlafen könnte.
Auch das musste geändert werden hin zum provenzalischen Einrichtungsstil hin zu Lavendel und Leinen.
Allein ging das nicht.
Aber ich hatte Glück und fand mit Hilfe meiner Freunde, Patrice und Fabie, einen Allrounder. Er zog für 3 Monate bei mir ein, unterstützt zusätzlich von einem Freund aus Deutschland. Sprachbarriere, Materialknappheit, kräftezährende Kälte- ja all das.
Die Arbeit 10 Stunden am Tag. Bau, Besorgungen, Essen kochen, Planen und mit anpacken.
Zugegeben, ich war schon ziemlich geschwächt, aber voller Tatendrang und beflügelt von Ideen. Oft fehlte mir noch die notwendige Gelassenheit, denn ich wollte schnellstens die Türen öffnen und endlich Geld verdienen, dass mehr und mehr schrumpfte.
Nach 3 Monaten war die bauliche Basis im Haus gegeben. Ich war wieder allein und machte mich an die farbliche Gestaltung aller Innenräume.
Von geraden Linien zu lebendigen Oberflächen
Früher war in in diesem alten Bauernhaus vieles gerade und praktisch: lackierte Oberflächen, kühle Hölzer, kaum Kontraste.
Für den Wandel habe ich mit drei Dingen begonnen:
Farbe
Stoff
Licht
Die Wände bekamen weichere Pastelltöne, die das Tageslicht sanft streuen. Anstelle
hochglänzender Lacke setzte ich auf matt, geölte Hölzer, sichtbare Pinselstriche, kleine Unregelmäßigkeiten.

Es ist erstaunlich, wie viel ruhiger ein Raum wird, wenn er nicht mehr „perfekt“ sein will.
Leinen wurde mein roter Faden
Vorgewaschenes zartes Leinen für Vorhänge, Bettwäsche und Kissen, Pastellfarben, eine Farbe, die sich nie aufdrängt und doch Präsenz hat.
Dazu feine Streifen, buntes und edles, selten ein Blattmotiv. Muster sind jetzt Gewisper, keine Ausrufezeichen.
Brocante-Funde: Geschichten statt Neuheiten - ganz Provençe
Den eigentlichen Charakter brachten die antiken Gegenstände. Dieses alte faszinierte mich schon immer. Die Überleitung der antiken Gegenstände in die neue Zeit.
Ich liebe das, Antikmärkte in Carpentras, in Isle sur la Sorgue, den Vide Grenier- (Dachbodenfunde), die hier vielerorts stattfinden.



Ich gehe früh, mit Maßband, einem offenen Blick und ohne starre Einkaufsliste durch das Haus. Ich suche keine Trophäen, sondern Begleiter: einen Spiegel mit zart geblähtem Silber, dessen Patina dem Raum Tiefe gibt; einen wackligen Stuhl, der nach einem Nachmittag mit Schleifpapier und Kalkwachs plötzlich wieder Haltung hat; Lampenfüße mit Persönlichkeit, denen ein neuer Schirm aus Korb die Schwere nimmt.
Worauf ich achte:

Stabilität und Proportionen: Möbel sollen atmen, nicht dominieren.
Holz und Oberfläche: lieber geölt als lackiert, lieber gealtert als künstlich im Used-Look.
Textilien: Geruch, Griff, Fall – Leinen darf knittern, aber nicht müffeln.
Elektrik bei Leuchten: oft neu verkabeln, damit Charme nicht auf Kosten der Sicherheit geht.
Und es darf auch mal richtig bunt sein. Bilder in Pastell und ich liebe Pink, mal zart und mal präsent.
Raum für Raum: kleine Eingriffe, große Wirkung
Gästezimmer
Ein schlichtes Bettgestell mit hochwertigen Matratzen (meine Güte, was hab ich dafür Geld ausgegeben), ein Kopfteil aus Holz mit bezogenem Stoff in ecru– manchmal ist es eine alte Tür, sanft patiniert. Leinen-Bettwäsche in Naturtönen, Kissen unbedingt mehr als nötig, ein Plaid aus grobem Leinen.
Auf dem Nachttisch ein kleines Fundstück: eine Lampe, ein Buch über lokale Märkte, eine alte Glaskaraffe mit Glas.

Die Dekoration bleibt nicht sparsam im Mas l’Epicure –
ein Spiegel mit hübschen Rahmen, ein Bild das Leichtigkeit rüberbringt, eine alte Sodaflasche, alte Möbel vom Antikmarkt aus Carpentras, immer angelehnt dem provençalen Charme.
Bad:
Helle Optik vereint mit Komfort, schlichte Chrom-Armaturen, Körbe für luxuriöse Handtücher, ein Duschvorhang, der eher segelt als klebt. Hautfreundliche Seifen duften nach Lavendel oder Zitrus, aber nie zu stark.
Ich lasse Raum, damit sich Morgenroutine wie Ankommen fühlen lässt und die Füsse auf weichen Badteppichen eingebettet sind
Der Frühstücksraum für die Gäste, einst die angebaute Garage für hohe Maschinen:
mit grossem einladenden Metallschild „Café des Amis“(Freunde):
Es war eine Herausforderung, hier ebenfalls den provenzalischen Einrichtungsstil spürbar zu machen.
Einst dunkel wie ein Loch- jetzt eine grosse Fensterfront zum Schieben mit elektrischer Jalousie.
Das grosse Tor ist nun eine Eisenfront mit isolierten Fenstern und Türen gewichen. Eine Mezzanine neu gebaut mit Holztreppe als Aufstieg, um Notwendiges unterzubringen
und eine Klimaanlage, wie im ganzen Haus. Bedenkt es war noch die Covidzeit.
Mobiliar: Ein langer Holztisch, alt bestuhlt
Eine moderne Küche mit Eisenvitrinen mit Glas und hochwertigen Elektrogeräten
Eine Sitzecke mit bequemen Korbsesseln, zusammen für mich stimmig.
Offene Regale mit Gebrauchskeramik in Weiß, Ecru, Salbei.
Jetzt gibt es dort mit viel Liebe serviert:
frisches Brot, hausgemachte Konfitüren und Joghurts, Obst, Tartes und Küchlein aus eigener Herstellung, Käse und Schinken. (sorry, ich konnte nicht umhin, dies weg zu lassen).
All das geniesst Du von stilvollen Tellern und Gläsern und kannst gewiss sein, das alles frisch ist.
Die Kulisse sind die Geräusche der Natur, eingefangen von dem weit geöffneten Schiebefenster und der Tür aus Eisen.
Jetzt ist die Provence hier kein Thema, sie ist die Temperatur des Raumes.
Farben, die nicht schreien – Materialien, die erzählen- das ist der provenzalische Einrichtungsstil im Mas l'Epicure
Die Palette ist zurückgenommen: warme Farben, Ecru, Lavendelgrau, ein Hauch Pastell. Salbeigrün kehrt zurück – an Wänden, in einem Kissen, einer Schale, dem Schirm einer Tischlampe.
Metalle sind leise: gealtertes, dunkles Eisen in feinen Linien. Texturen übernehmen den Dialog: Leinen, Baumwolle, Korb, geöltes Holz, Terrakotta. Je näher man kommt, so mehr gibt es zu sehen – nicht nur als Dekoration, sondern als Oberfläche, die gelebt hat.
Vom Ordnungswillen zur Gelassenheit
Die größte Veränderung passierte unsichtbar: Ich habe gelernt, Raum zu lassen.
Deutsche Klarheit hatte bei mir lange bedeutet: alles hat seinen Ort.
Provenzalische Wärme heißt jetzt: alles hat seinen Rhythmus. Ein paar Bücher liegen, als ob gerade jemand darin gelesen hätte. Ein Fenster bleibt gekippt, weil der Duft von Lavendel durch die Räume ziehen darf. Ordnung ja, aber mit weichen Kanten.
Nachhaltigkeit als Stilmittel
Vieles ist zweite Hand, manches umgebaut.
Eine Kommode wurde zum Waschtisch, eine alte Tür ersetzt eine Neue, ein Leinenvorhang zur Schranktür. Ich investiere dort, wo Gäste es wirklich spüren: Matratzen, Bettwäsche, gutes Licht. Bei Beistellern und Deko gilt: mit Geschichte.
Drei Schritte, die alles verändert haben
Farbe: von kühl zu warm, von glatt zu kreidig
Stoff: Leinen, Leinen, Leinen – Vorhänge bis zum Boden, Bettwäsche mit Gewicht.
Licht: mehr Schirme, weniger Spots, Dimmer statt greller Deckenleuchten.

Einladung an Dich, wenn Du auch den provenzalischen Einrichtungsstil magst
Heute atmen die Zimmer. Sie glänzen nicht, sie leuchten.
Zwischen Lavendel und Leinen hat in meiem chambres d'hôtes, das Mas l'Epicure, eine Stimme und den ganz eigenen provençalen Einrichtungsstil gefunden:
Hell, freundlich, und ein bisschen unperfekt – genau richtig für langsame Morgen und lange Gespräche.
Komm vorbei und betrachte es, spüre selbst, wie sich das anfühlt, wenn eine Deutsche ein Gästehaus in der Provence betreibt und welche Eindrücke bleiben, die Du mitnehmen möchtest.
Findes Du es ist -zwischen Lavendel und Leinen- im provenzalischen Einrichtungsstil?
Wenn du Fragen hast oder Brocante-Tipps brauchst:
Schreib mir. epicure-vaucluse@mail.fr
Vielleicht finden wir gemeinsam das Stück, das deinem Raum Gelassenheit schenkt.
Hier ist der Link zu meiner Seite, um Fotos zu sehen, wie die Zimmer gestaltet sind.




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